START
Leitbild
ANGIOLOGIE
GEFÄSSKRANKHEITEN
ARTERIEN
VENEN
LYMPHGEFÄSSE
MIKROZIRKULATION
GEFÄSSSPORT
PRAXIS
RUNDGANG
UNSER TEAM
OEFFNUNGSZEITEN
LINKS
ANFAHRT
KONTAKT
IMPRESSUM

 

 

Praxis Kopp  ARTERIEN

Erkrankungen der Arterien

Erkrankungen der Arterien können vielfältige Ursachen haben. Neben seltenen entzündlichen Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden), angeborenen Störungen, Verletzungen und Druck von außen (Kompressionssyndrome) spielt die Arteriosklerose die Hauptrolle. Die wichtigsten Erkrankungen betreffen die

  • Herzkranzgefäße (Herzinfarkt)
  • Hirnversorgenden Gefäße (Schlaganfall oder Apoplex)
  • Die peripheren Blutgefäße (periphere arterielle Verschlusskrankheit, Schaufensterkrankheit, Raucherbein, diabetisches Fußsyndrom).

Diese Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache und deshalb nicht nur für das individuelle Schicksal, sondern auch sozioökönomisch von außerordentlicher Bedeutung.

Bei der Arteriosklerose kommt es durch Ablagerung von Cholesterin in der Gefäßinnenwand zu einem entzündlichen Prozess und zur Verkalkung. Dadurch kann es zu einer zunehmenden Einenung der Schlagader kommen und letztlich zum Verschluss des Blutgefäßes durch ein Blutgerinnsel. Die wichtigsten Risikofaktoren für dieses Krankheitsgeschehen sind:

  • Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Rauchen
  • Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • Fettstoffwechselstörungen (vor allem erhöhtes Cholesterin)

Weitere wichtige Risikofaktoren sind:

  • Übergewicht und Fettsucht vor allem mit hohem Anteil an Bauchfett (männlicher Fettverteilungstyp)
  • Bewegungsmangel
  • Ungesunde Ernährung
  • Lebensalter
  • Familiäre Veranlagung (genetische Faktoren)
  • Hyperhomozysteinämie (erhöhter Blutspiegel des Eiweißkörpers Homozystein)

Wir Angiologen sehen einen wichtigen Bestandteil unserer Arbeit in der Früherkennung der Arteriosklerose sowie in der Prophylaxe durch Erkennen und Behandeln der Risikofaktoren. Da es sich hierbei häufig um schwierige Veränderungen des Lebensstils handelt, ist die aktive Mitarbeit der Patienten besonders gefragt.

In der Diagnostik von Durchblutungsstörungen spielt neben der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung die Messung des Blutdrucks an Armen, Knöchel und Zehen (Bestimmung des Knöchel-Arm-Index, ABI) und Ableitung verschiedener Formen der Pulswelle (Oszillographie) eine wesentliche Rolle. Ergänzend wird bei der Schaufensterkrankheit (Claudicatio intermittens) die schmerzfreie und maximale Gehstrecke auf dem Laufband unter standardisierten Bedingungen gemessen. Bei kritischen Durchblutungsstörungen gibt die Messung des Sauerstoffgehaltes der Haut (TCPO2) einen Anhaltspunkt, ob eine Wundheilung ohne Verbesserung der Durchblutungssituation noch möglich sein kann.

Zur Gesamtbeurteilung und Therapieplanung ist die bildliche Darstellung der Blutgefäße wesentlich. In den meisten Fällen ist eine Ultraschalluntersuchung mit farblicher Darstellung des Blutflusses (farbcodierte Duplexsonographie) dazu gut geeignet und deshalb eine unserer wichtigsten Untersuchungen. Dabei erlaubt die Bestimmung der Intima-Media-Dicke (Dicke der inneren und mittleren Gefäßwand) im Bereich der Halsschlagader früheste arteriosklerotische Veränderungen aufzudecken. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann über die Bestimmung der Flussgeschwindigkeit der prozentuale Grad der Einengung (Stenose) sicher bestimmt werden und damit das Schlaganfallrisikoverlauf eingeschätzt werden.

Im Bauchraum kann an der Hauptschlagader (Aorta) nicht nur eine Durchblutungsstörung sondern auch eine Erweiterung und Aussackung (abdominelles Aortenaneurysma) mit dem Ultraschall gut beurteilt werden. Außerdem ist die Untersuchung der Nierendurchblutung bei Nierenfunktionsstörungen und Bluthochdruckerkrankungen möglich. Bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit können Engstellen und Verschlüsse der Becken- und Beinschlagadern dargestellt werden.

Die Kernspintomographie (Magnetresonanzangiographie, MRA) bietet heute bei moderner Gerätetechnik eine weitere nicht eingreifende Methode zur Darstellung der Blutgefäße.

Zur Planung einer eingreifenden Behandlung, z. B. mit Ballonkatheter und Gefäßstütze (Stent) oder einer gefäßchirurgischen Operation, ist allerdings auch heute noch meistens die Röntgenkontrastdarstellung der Blutgefäße durch eine Katheteruntersuchung notwendig. Hierbei kommt vor allem das Verfahren der sogenannten intraarteriellen digitalen Subtraktionsangiographie (DSA) zur Anwendung, wobei computergestützt eine besonders gute Darstellung des Kontrastmittelflusses in den Blutgefäßen möglich ist.

Die Therapie der arteriosklerotischen Erkrankungen besteht zum einen in einer Risikoreduktion, wobei hier Veränderungen des Lebensstils und die medikamentöse Behandlung sowie die Hemmung der Blutplättchen und/oder der Blutgerinnung eine Rolle spielen.

Ein wesentlicher Baustein der konservativen Behandlung stellt bei der Schaufensterkrankheit die Trainingstherapie dar. Ein strukturiertes Gehtraining, Zehenstandsübungen und Verbesserung der Beweglichkeit im Rahmen einer Gefäßsportgruppe unter Anleitung ist dabei der einfachen häuslichen Trainingsbehandlung überlegen.

Nach sorgfältiger Abwägung von Risiko und Nutzen, kommt vor allem bei hohem Leidensdruck wegen kurzer Gehstrecke, Ruheschmerzen oder schlecht heilender Geschwüre am Bein eine eingreifende Behandlung in Frage. Mit modernen Techniken sind heute in den meisten Fällen zunächst unter örtlicher Betäubung nach Einbringen eines Katheters in die Blutgefäße eine Ballonaufdehnung ggf. mit Einbringen einer Gefäßstütze (Stent) möglich.

In Spätstadien mit langstreckigen Veränderungen der Blutgefäße bleibt als letzte Behandlungsmöglichkeit jedoch häufig nur eine Bypassoperation. Hierbei kommt dem Angiologen die Aufgabe der Koordination und der regelmäßigen Nachsorge zu.